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In der Norm DIN-EN-ISO 9241 werden die Kriterien für das Erstellen ergonomischer Benutzerschnittstellen definiert. Gerade das Kapitel 10, Grundsätze der Dialoggestaltung, gilt auch für die Gestaltung von Webapplikationen.
Nachfolgend die sieben Grundsätze im Originalwortlaut sowie einige Beispiele für die Umsetzung beim Webdesign:
Aufgabenangemessenheit: Ein Dialog ist aufgabenangemessen, wenn er den Benutzer unterstützt, seine Arbeitsaufgabe effizient und effektiv zu erledigen.
- Vermeiden langer Ladezeiten
- Rasches Auffinden von Ansprechpartnern
- In Formularen wird der Cursor an die Stelle gesetzt, wo eine Eingabe erwartet wird
- Verzicht auf das Ausfüllen von nicht relevanten Formularfeldern
Selbstbeschreibungsfähigkeit: Ein Dialog ist selbstbeschreibungsfähig, wenn jeder einzelne Dialogschritt durch Rückmeldung des Dialogsystems unmittelbar verständlich ist oder dem Benutzer auf Anfrage erklärt wird.
- Benutzer wissen, wo sie sich auf der Homepage befinden, wie sie dort hingekommen sind und welche Schritte erforderlich sind, um das Arbeitsziel zu erreichen
- Benutzer erhalten Systemmeldungen (wie z.B. “Daten werden gesucht” anstatt einer Sanduhr)
- Grafiken sind mit alternativem Text versehen
Erwartungskonformität: Ein Dialog ist erwartungskonform, wenn er konsistent ist und den Merkmalen des Benutzers entspricht, z. B. seinen Kenntnissen aus dem Arbeitsgebiet, seiner Ausbildung und seiner Erfahrung sowie den allgemein anerkannten Konventionen.
- Auf allen Seiten führt ein Klick auf das Logo oben links zur Startseite zurück
- Die Tabulator-Taste reagiert wie gewohnt (Sprung zum nächsten Eingabefeld)
- Hyperlinks sind immer unterstrichen
Steuerbarkeit: Ein Dialog ist steuerbar, wenn der Benutzer in der Lage ist, den Dialogablauf zu starten sowie seine Richtung und Geschwindigkeit zu beeinflussen, bis das Ziel erreicht ist.
- Große Grafiken werden zunächst als Miniaturbild angezeigt und erst bei Bedarf vom Besucher vergrößert
- Hilfefunktionen werden in Extrafenstern geöffnet, damit im Hauptdokument weiter gearbeitet werden kann
- Umfangreiche Ergebnislisten können nach verschiedenen Spalten sortiert werden
Fehlertoleranz: Ein Dialog ist fehlertolerant, wenn das beabsichtigte Arbeitsergebnis trotz erkennbar fehlerhafter Eingaben entweder mit keinem oder mit minimalem Korrekturaufwand seitens des Benutzers erreicht werden kann.
- Formulare werden auf Plausibilität überprüft, bevor sie verarbeitet werden
- Fehlerhafte Eingaben werden markiert
- Fehlermeldungen sind verständlich
Individualisierbarkeit: Ein Dialog ist individualisierbar, wenn das Dialogsystem Anpassungen an die Erfordernisse der Arbeitsaufgabe sowie an die individuellen Fähigkeiten und Vorlieben des Benutzers zulässt.
- Bei häufigeren Bestellungen in einem Online-Shop müssen die Adressdaten nicht immer wieder neu ausgefüllt werden
- Wenn eine Webapplikation mit mehreren Fenstern arbeitet, kann der Benutzer die Anordnung der Fenster festlegen
- Suchfunktionen unterstützen verschiedene Optionen wie z.B. Verknüpfung der Suchbegriffe, wo soll gesucht werden, wie umfangreich soll gesucht werden
Lernförderlichkeit: Ein Dialog ist lernförderlich, wenn er den Benutzer beim Erlernen des Dialogsystems unterstützt und anleitet.
- In einem Seitenkatalog kann der Besucher sich informieren, nach welcher Logik die Website strukturiert ist
- In Formularen erfolgt eine Hilfestellung, wie die Felder auszufüllen sind
- Der Bestellvorgang in einem Online-Shop kann getestet werden, ohne eine Bestellung auszulösen
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